Vegane Ernährung

Vegane Ernährung: Veganismus kurz erklärt

> Ernährung zum Abnehmen > Vegane Ernährung

Im Zuge der Klimaerwärmung und der grünen/ökologischen Bewegung der letzten Jahre ernähren sich viele Menschen umweltbewusster. So konsumieren zwischen 5 und 10 von 100 Deutschen ausschließlich pflanzliche und keine tierischen Produkte. Eine Sonderform des Vegetarismus ist dabei die vegane Ernährung: Wer sich vegan ernährt, geht noch viel weiter als nur auf Tierprodukte zu verzichten. Der Verzicht wird ausgeweitet auf alles, was aus Tieren oder mithilfe von Tieren produziert wird. Also keine Milch, keine Eier, keinen Honig und keine Taschen aus Leder und keine Kosmetikartikel, für die Tierversuche gemacht wurden. Wichtig ist es als Veganer, noch genauer darauf zu achten, dass man sich nicht einseitig ernährt, sondern alle wichtigen Nährstoffe über die Nahrung aufnimmt.

Prinzipien der veganen Diät

Der Kern der veganen Ernährung ist deckungsgleich mit der vegetarischen Ernährungsweise: Es wird kein Fleisch gegessen, und stattdessen viel Wert auf pflanzliche Produkte gelegt. Die vegane Diät vereint alle weiteren vegetarischen Formen in sich. Es wird auch auf tierische Erzeugnisse verzichtet, d.h. keine Eier, keine Milch- oder Milchprodukte und auch kein Fisch.

Ein Unterschied zu vielen Vegetariern ist, dass Veganer auch keinen Honig essen, da dieses Lebensmittel nur durch die (Aus-)Nutzung von Bienen zustande kommt.

  • Veganismus als Religion zu sehen

Bio Veganer

Strenge Veganer kaufen nur Bio-Produkte oder bauen selbst an, damit sie chemische Substanzen und unökologische Methoden vermeiden können.

Doch einige Veganer gehen noch weiter: Es gibt auch die Rohkost-Veganer („raw foodists“), die nur rohes Gemüse und Obst essen. Auch achten manche Veganer auf eine umweltfreundliche Produktion der Lebensmittel, die sie kaufen. Wenn chemische Substanzen und unökologische Methoden beim Produktionsprozess verwendet werden, kaufen diese „Bio-Veganer“ die Ware nicht. Hier spielt auch der Fair-Trade-Gedanke (freier Handel) mit, bei dem die Konsumenten bewusst darauf achten, dass die Hersteller der Lebensmittel (oft arme Bauern aus Dritte-Welt-Ländern) einen fairen Lohn für ihre Arbeit bekommen.

An diesen Beispielen sieht man schon, dass die vegane Diät weitaus mehr ist als nur eine Ernährung ohne Fleisch. Sie ist vielmehr eine Lebenseinstellung oder Ethik. Denn einem Veganer ist es generell wichtig, dass er mit seinem Konsumverhalten nicht Mechanismen unterstützt, die Leid auf der Welt erzeugen. Dazu gehört im Verständnis der Veganer, dass keine Tiere getötet werden, um aus ihnen Fleisch und Fleischprodukte zu bekommen.

  • Mehr als eine Ernährungsweise

Dazu gehört aber auch, dass Tiere kein Leid durch den Menschen in der Tierhaltung erfahren müssen:Also kaufen Veganer auch keine Ledertaschen und Pelze oder Produkte, für die Versuche mit Tieren gemacht wurden (zum Beispiel manche Medikamente und Kosmetik-Artikel).

So gesehen ist die vegane Diät also umfassender als die vegetarische Diät. Sie ist eine ganzheitliche Lebensweise, die nicht nur auf eine fleischlose Ernährung abzielt, sondern generell die Belange der Tiere und der Natur ernst nimmt.

Vegane Diät einfach umsetzen

1. Überlege dir, wie streng vegan du leben willst

Die vegane Diät wirklich umzusetzen, ist nicht einfach. Das Gute: Es gibt keine eindeutige und allgemein akzeptiere Definition des Veganismus. Das heißt, dass du selbst entscheiden kannst, was für dich vegan ist. Reicht es dir schon, auf Fleisch und Tiererzeugnisse in allen seinen Formen (Milch, Eier, Honig) zu verzichten, oder möchtest du auch keine Kleidung, Kosmetik-Artikel und andere Produkte kaufen, bei deren Herstellung Tiere eine Rolle spielten (zum Beispiel Mäuse bei Medikamenten-Versuchen)?

Vegan kochen

Eine ausgewogene Ernährung ist für Veganer aufgrund der Tendenz zur einseitigen Ernährung besonders wichtig.

Ist dir wichtig, dass die Nahrungsmittel im Supermarkt ökologisch produziert wurden und die Bauern, die für die Ernte verantwortlich waren, angemessen dafür bezahlt werden und nicht nur einen Hungerlohn bekommen? Das alles sind Fragen, über die man sich Gedanken machen sollte. Denn es ist ziemlich komisch, wenn man einerseits sagt, wie wichtig einem die Rechte und die ordentliche Behandlung der Tiere sind, aber andererseits einen Pelzmantel trägt.

2. Achte verstärkt darauf, dich ausgewogen zu ernähren

Veganer müssen besonders darauf achten, dass sie sich nicht einseitig ernähren. Denn es kann leicht zu Mangelerscheinungen kommen. Vor allem Vitamin B12 ist etwas, das eine vegane Diät unzureichend bereitstellt. Das konnten mehrere wissenschaftliche Studien in der Vergangenheit zeigen. Ähnlich verhält es sich mit der Aufnahme von Calcium.

Dadurch, dass Veganer auch auf Milch und Milchprodukte verzichten, kann es auch hier zu Mangelerscheinungen kommen. In vielen Fällen ist es daher notwendig, Vitamin B12 und Calcium über Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen. Immer wichtig ist es, die eigene Ernährung zu kontrollieren und einer eventuellen Unterversorgung mit wichtigen Nähr- und Mineralstoffen zu verhindern.

3. Sei offen für neue Gemüse- und Obstsorten

viele Obst- und Gemüsesorten

Um eine Eintönigkeit in der veganen Ernährung vermeiden zu können, sollte ein Veganer stets offen für neue Obst- und Gemüsesorten sein.

Ein Problem bei der Umstellung auf eine vegane Diät stellt die Eintönigkeit dar. Man kann quasi nur Gemüse und Obst essen. Wenn man dann nur solche Sorten isst, die man schon kennt, also nur Tomaten, Gurken, Äpfel, Bananen, usw., dann wird einem das Essen schnell über. Man bekommt dann richtig Appetit auf etwas anderes (Fleisch, Käse, Süßigkeiten) und gibt auf.

Dem kannst du entgegenwirken, indem du neue Sorten Gemüse und Obst ausprobierst. Viele größere Supermärkte haben eigens Stände mit exotischen Früchten und Gemüse, das man in unseren Breitengraden gar nicht richtig kennt. Je offener du bist, desto leichter und problemloser wird es sein, dauerhaft vegan zu essen.

Fazit zur veganen Ernährung

Die vegane Diät ist vor allem als ethische Einstellung zu betrachten. Die von ihren Befürwortern angestrebten Ideale (Leid auf der Welt vermeiden, Stärkung der Rechte der Tiere und ein umweltbewussteres Leben) sind durchaus zu begrüßen. Wem diese Werte wichtig sind, der ist mit einer veganen Ernährung gut aufgehoben.

Dennoch sollte man sich vergegenwärtigen, dass es bei einer rein veganen Diät, die streng und dauerhaft eingehalten wird, zu einer unzureichenden Aufnahme wichtiger Nährstoffe wie Vitamin B12 und Calcium kommen kann.

Daher muss man klar feststellen, wie es auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung immer wieder tut, dass für manche Gruppen der Bevölkerung die vegane Diät nicht zu empfehlen ist. Das sind vor allem schwangere und stillende Frauen sowie Kinder und Jugendliche, die sich noch im Wachstum befinden. Für alle anderen sind die Nachteile als Veganer nicht substantiell, vorausgesetzt, sie achten auf eine ausgewogene Ernährung, die alles, was der Körper braucht, bereitstellt.

War dieser Artikel hilfreich? Ihr Feedback hilft uns dabei unsere Inhalte zu verbessern. Nehmen Sie sich bitte eine Sekunde Zeit und teilen Sie uns mit, ob Ihnen dieser Beitrag gefallen hat!
Vielen Dank für Ihre Hilfe!