Reis Diät

Reis-Diät im Test: Die Wahrheit über die beliebte Reisdiät

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Wer abnehmen möchte, klammert sich an jeden Strohhalm. Dazu gehören natürlich auch die diversen Diäten. Eine dieser Wunder-Diäten ist die Reis-Diät. Doch Wunder dauern meist etwas länger. Jedenfalls sehr viel länger, als man an einem Sack Reis zu essen hat. Das wissen selbst Asiaten, sogar diejenigen, die weniger weise sind als Buddha oder Konfuzius. Und die Asiaten müssen es wissen, denn für sie ist Reis schließlich ein Grundnahrungsmittel.

Dabei gibt es „die“ Reis-Diät gar nicht. Unter diesen Sammelbegriff fallen alle Diäten, bei denen sich der Abnehmwillige vorwiegend von Reis ernährt. Im Extremfall sogar nur von Reis. Möglicherweise löst alleine schon diese Vorstellung bei den einen oder anderen blankes Entsetzen aus. Und das ist vielleicht auch besser so.

ungekochter, geschälter Reis

Reis beinhaltet reichlich Kohlehydrate. 100 Gramm Reis enthält genauso viele Kohlenhydrate wie eine Tafel Bitterschokolade.

ZEN in der Kunst der Reis-Diät

Bei der reinen Reis-Diät gibt es nur eine einzige, simple Regel: Es gibt nur Reis. Morgens, mittags, abends. 4 Wochen lang. Mal warm, mal kalt. Und ohne Salz gekocht.

Das ist einfach. Einfach zu merken, einfach zu kochen und es ist eintönig. Doch genau das fasziniert den Diät-Junkie daran: Er muss sich kasteien und quälen, denn Abnehmen ist ja eine Form der Buße für die vorangegangenen kulinarischen Sünden. Das Karma ist gestört, Einfachheit ist eine Form des ZEN, Askese befreit den Geist, der Reis-Gott muss nun den Körper reinigen und die Reinkarnation des Astralköpers steht unmittelbar bevor.

Reis-Diät

Die Reis-Diät ist zwar eine der unkompliziertesten, jedoch auch eine der monotonsten Diäten.

Weniger schlichte Gemüter erlauben sich zumindest Beilagen in Form von Gemüse in roher oder gekochter Form, von Obst sowie fettfreiem Geflügelfleisch oder Fisch. Das hat immerhin schon einen Hauch von Normalität. Wer sich mit den Körperprozessen auskennt und seinem Körper etwas Gutes tun will, trinkt zudem reichlich Mineralwasser, Tee, Obst- und Gemüsesäfte oder Gemüsebrühe. Und damit wird aus der ursprünglichen Diät schon fast ein ordentliches Ernährungsprogramm.

Denn eine reine Reis-Diät ist aus medizinischer Sicht äußerst problematisch und je nach Konstitution des Patienten sogar lebensgefährlich.

    • Mono-Diät

Bei der reinen Reis-Diät handelt es sich um eine Mono-Diät. Und das bedeutet, dass dem Körper wichtige Nährstoffe vorenthalten werden. Werden diese nicht anderweitig zugeführt, drohen Mangelerscheinungen.

    • Entwässerung

Reis entwässert den Körper. Das erklärt auch die schnellen Gewichtsverluste. Doch erstens wird dabei nicht das eigentliche Gewichtsproblem behoben, nämlich die überflüssigen Pfunde aus Fettmasse. Nach Beenden der Diät wird der Körper wieder Flüssigkeit speichern und damit zum ursprünglichen Gewicht zurückkehren.

Zweitens besteht die Gefahr, dass der Körper dehydriert, also zu viel Flüssigkeit verliert. Körperflüssigkeit ist unter anderem wichtig, damit das Blut nicht dickflüssig wird. Dickflüssiges Blut führt dauerhaft zu Bluthochdruck und anderen ernsthaften Erkrankungen.

Drittens werden mit der vielen Körperflüssigkeit auch viele Mineralstoffe aus dem Körper geschwemmt. Auch die salzfreie Zubereitung führt dazu, dass weniger Wasser im Körper gehalten wird, denn Salz bindet Wasser. Der übermäßige Verlust von Wasser und Mineralstoffen kann jedoch schwere gesundheitliche Störungen zur Folge haben. Insbesondere wer unter Diabetes oder einer Herzerkrankung leidet, sollte sich vor einer solchen Reis-Diät eingehend mit seinem Arzt beraten.

süßer Reis mit Obst zum Dessert

Reisgerichte können auch mit Obst gegessen werden und kompensieren so den Heißhunger auf Süßes.

    • Schalenfrei

Reis ist nicht gleich Reis. Die ohnehin schon drohenden gesundheitlichen Nebenwirkungen einer reinen Reis-Diät lassen sich leider noch verstärken. Denn oft wird dabei aus Bequemlichkeit auf weißen Reis aus dem Kochbeutel zurückgegriffen. Doch dieser Reis ist im Grunde nur noch eins: reichlich Stärke. Weißer Reis ist nichts anderes als geschälter Reis.

Wie bei anderen Getreideprodukten befinden sich auch beim Reis die wichtigsten Inhaltsstoffe direkt unter der Schale. Die Schale selbst ist ein hervorragender Ballaststoff. Brauner Reis, also ungeschälter Reis, enthält viel Kalium. Genau dieses Kalium wirkt übrigens auch entwässernd. Doch nicht jeder mag diese ursprüngliche Reisvariante, schon gar nicht auf Dauer, und vor allem nicht kalt. Geschmack und Kauerlebnis sind deutlich ausgeprägter als beim weißen Reis. Auch die Zubereitung von Vollkornreis ist etwas schwieriger.

    • Kohlehydrate

Reis, insbesondere die geschälte Variante, enthält Reisstärke, also Kohlenhydrate. Und das nicht etwa nur ein wenig, wie der Begriff „Reis-Diät“ suggeriert, sondern reichlich. 100 Gramm Reis enthält etwa genauso viele Kohlenhydrate wie die gleiche Menge (eine Tafel) Bitterschokolade, nämlich knapp 400 Kilokalorien.

Von einer reinen Reis-Diät kann also nur abgeraten werden. Als Vollkornreis dauerhaft in den Speiseplan eingebaut und in Verbindung mit einer fettarmen, ausgewogenen Ernährung kann Reis aber sehr wohl helfen, auf Dauer Fettreserven abzubauen und Gewicht zu verlieren. Unterstützt man das Ganze mit einem moderaten Bewegungsprogramm, werden auch langfristig die Pfunde purzeln – und das auf eine gesunde Art und Weise.

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